Alles dreht sich bei den Andresens um die Fliegerei! Beruflich ist Sibylle als Verkehrspilotin unterwegs und in ihrer Freizeit pilotiert Sie Segelflugzeuge hauptsächlich in Namibia und den USA und lotet immer weitere Grenzen aus, mit Erfolg: Sibylle hält mehrere Welt- und Kontinentalrekorde und teilt ihre Leidenschaft mit Ehemann Ingo, der ebenfalls ein leidenschaftlicher Streckenflieger ist!

Aber auch für sie zählt die Erkenntnis, dass man sich für die fleigerische Weiterbildung aus der eigenen Komfortzone herausbewegen muss und externe Kompetenz in Anspruch nehmen sollte. "Als Eigenstarterin sind meine Fertigkeiten im F-Schlepp etwas verkümmert und auch das Trudeln bzw. den Spiralsturz habe ich nie erlebt und gelernt" waren die Ausgangsvoraussetzungen für einen am Ende erlebnisreichen und absolut erfolgreichen Tag auf dem Feuerstein. Mit den Ausschlag, dieses Training jetzt anzugehen waren mehrere traurige Unfälle in Namibia eben durch Trudel- und Spiralsturzzustände!

Sibylle Andresen k

Die gemeinsamen Flüge und der gegenseitige Erfahrungsaustausch haben ihr Ziel erreicht und zudem großen Spaß gemacht

Um den Perkoz erst mal kennen zu lernen und die F-Schlepp-Fähigkeiten zu entrosten haben wir uns auf ein paar Schlepplandungen verständigt. Die hat Sibylle noch nie gemacht und sah sich so in der idealen Rolle als Flugschülerin. Nach einigen Versuchen hatte sie die Abläufe incl. der ungewohnten Tiefschlepp-Position intus und konnte die Übungen selbst steuern. Am Abend gab es dann noch quasi als Belohnung für die Mühen des Tages einen Doppelschlepp, der natürlich wie die Schlepplandungen mit allen Beteiligten ausführlich gebrieft wurde und ihr neue Eindrücke und Erfahrungen brachte.

"Zur Sache" ging es für Sibylle dann auf den eigentlichen Trudelflügen. Zunächst lernte sie den neuen Typ kennen in den Situationen des Langsamfluges nahe der Abrissgrenze. Es ist ausserordentlich wichtig, sein Flugzeug gerade hier kennen zu lernen und zu vestehen: Trudelunfälle zu vermeiden heißt nämlich erst in zweiter Linie, das Trudeln zu beherrschen - wichtiger ist, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen! Überzogen wurde mit und ohne Dynamik im Geradeaus- und Kurvenflug, das Flugzeug über die Nase und über den Flügen nach beiden Richtungen abgekippen lassen und jeweils mit den besprochenen Handlungsabläufen mit möglichst minimalem Höhenverlust wieder in die Normalfluglage zurückgesteuert.

In einem mental gut vorbereiteten Flug erlebte Sibylle dann erstmals in ihrem Fliegerleben das "richtige" und voll entwickelte Trudeln. Hier war es wichtig, diese rasante abwärts gerichtete Drehbewegung bewusst zu erleben und dann auch handlungsfähig zu bleiben. Am Ende des Tages beherrschte sie dann das Ausleiten von einzelnen und mehrfachen Umdrehungen in beiden Richtungen und erlebte mit dem schlagartigen Wechseltrudeln einen der häufigen Fehler beim Ausleiten, nämlich den ausleitenden Fuß stehen zu lassen und dann abzufangen.....

Die Flüge waren zwar gut dosiert und vorbereitet, brachten die erfahrene Piloten mit mehreren zig tausend Flugstunden auch an ihre physischen und mentalen Grenzen. Jedenfalls haben wir mit dem individuellen Zuschnitt auf ihre Bedürfnisse alles richtig gemacht und hatten auch noch Spaß und Freude an dem Erfahrungsaustausch. Eine herrliche Wolkenoptik verschönerte die Versuche und  irgendwann will Sibylle das auf dem Feuerstein nochmals vertiefen - bis dahin drücken wir die Daumen auf erfolgreiche Langstreckenflüge in Nevada und Namibia!

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Eine tolle Wolkenoptik begleitete Sibylle Andresen auf ihren Trudelflügen auf dem Perkoz

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Auch als Vielfliegerin lässt sich die Rekordpilotin immer wieder für solche Eindrücke begeistern

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Schluß mit lustig: das beenden der Trudelbewegungen und Abfangen in die Normalfluglage will gelernt sein!

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Beeindruckend ist unter anderem auch der Höhenverbrauch bei diesen Manövern und der zunehmende Druck mit näherkommendem Erdboden

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Solche abnormale Fluglagen zu empfinden, handlungsfähig zu bleiben und auszuleiten ist das Ziel unseres Sicherheitstrainings